Johannes Hölzl
Inhalt
1. Grundsätzliches
1. Grundsätzliches
Die
Digital-Analogwandlung erfolgt ähnlich, nur in umgekehrter Reihenfolge.
1.2 Die Speicherung
Das
größte Problem bei der Speicherung besteht darin, dass selbst
ein fehlender oder falsch abgespeicherter Wert Störgeräusche wie
ein Knacken hervorrufen kann. Daher ist eine Fehlerkorrektur der digitalen
Aufzeichnung unumgänglich. Dabei werden zusätzlich zu den digitalen
Signalen Korrektursignale aufgezeichnet, mit deren Hilfe der richtige Wert
zurückgerechnet werden kann. Da aber Fehlstellen auch größer
sein können und auch den Nachbarwert beeinflussen können, werden
die einzelnen 16 Bit Werte nicht in ihrer natürlichen Reihenfolge sondern
verschachtelt abgespeichert. So ist es extrem unwahrscheinlich, dass zwei
in ihrer natürlichen Reihenfolge nebeneinander liegende Werte gestört
sind.
2. Die Compact Disc (CD)
2.1 Aufbau
Die
CD (auch Digital Audio Disk, Abk. DAD) ist eine aus einer Kunststofffolie
(Polycarbonat) bestehende Speicherscheibe mit einem Durchmesser von 8 oder
12 cm, die auf der einen Seite in Form sehr kleiner Vertiefungen, den Pits,
die digital verschlüsselte Klanginformation enthält. Diese Schicht
ist durch eine transparente Kunststoffschicht geschützt und damit mechanisch
unempfindlich. Diese Pits haben eine Tiefe von 0,12 µm und verlaufen in einer 0,6 µm breiten Spirale von innen nach außen. Der Abstand
zwischen zwei Nachbarspuren beträgt 1 µm. In ihrer Anordnung und Länge (zwischen 0,9 und 3,3
µm) ist die digitale Information enthalten.
Ein Pit entspricht also einem Bit. Üblicherweise hat eine CD eine Kapazität
von 80 oder 74 Minuten, das entspricht 700 bzw. 650 MB.
2.2 Herstellung
Zuerst muss bei der Herstellung ein CD-Mutterband erstellt werden. Dabei werden der digitalen Tonaufzeichnung die Hilfscodierungen einschließlich Synchronisation und Fehlerkorrektur hinzugefügt. Nachdem das Mutterband technisch überprüft ist, kann ein CD-Master davon hergestellt werden.
Der nächste Schritt besteht in der Herstellung der Matrize. Dazu wird der versilberte und damit elektrisch leitfähige Master als Kathode in ein galvanisches Bad mit Nickel-Anode gebracht. Lässt man Strom durch die Lösung fließen, schlägt sich das Nickel auf der versilberten Master-Oberfläche nieder. Nach erreichen der gewünschten Schichtdicke wird die Nickelschicht vom Master getrennt. Die danach entstehende Platte, auch "Vater" genannt, ist ein Negativ, d. h. statt der Vertiefungen enthält es die entsprechenden Erhebungen. Da mit dem "Vater" nur eine begrenzte Anzahl von Pressungen vorgenommen werden kann, werden von diesen, noch "Mütter" und von diesen "Söhne" gezogen.
Nachdem mit diesen einige Muster gepresst und überprüft sind, beginnt die Herstellung der CDs in einem Spritz-Press-Verfahren, ähnlich dem der analogen Platte. Darauf wird die noch durchsichtige CD in einer Sputter-Anlage mit Aluminium beschichtet, um eine 70-80 nm dicke, reflektierende Schicht zu erhalten.
Nachdem auf die CD eine Schutzschicht aufgetragen worden ist, wird das Mittelloch gestanzt.
Zuletzt wird die Disc mit ihrem Label bedruckt.
Bei
all diesen Arbeitsschritten kommt es auf höchste Präzision und
Genauigkeit an. Da schon kleinste Staubteilchen die Aufzeichnung verfälschen
könnten, wird die CD im Reinraum hergestellt. Außerdem erfährt
die Disc in allen Produktionsstadien strichprobenartig Qualitätskontrollen
sowie eine abschließende Überprüfung.
2.3 Das Ausleseverfahren der CD-Spieler
Im Jahr 1960 wurde erstmals ein Laser (Light amplification by Stimulated Emission of Radiation) vorgestellt. Bei einem Laser senden die Atome des Mediums, einmal von außen durch Zuführung von Energie angeregt, ausschließlich und synchron Licht der ihnen eigenen Wellenlänge aus. CD-Spieler verwenden zur Abtastung Laserlicht der Wellenlänge 780 nm im Infrarotbereich mit einer typischen Leistung von ca. 1 mW.
Eine CD mit einer Spieldauer von einer Stunde enthält ca. 15 Mrd. Bit, dargestellt durch Vertiefungen. Damit der Laser die Daten fehlerfrei lesen kann, muss der Brennpunkt des gebündelten Strahls genau auf der CD-Informationsoberfläche (auf der Ebene der Vertiefungen) liegen. Wenn der Brennpunkt mehr als 0,5 µm von der Plattenoberfläche abweicht, registriert der Laser die Daten fehlerhaft oder gar nicht mehr. Diese Nachführgenauigkeit ist nur durch einen Servo möglich, der den Laserstrahl ständig neu fokussiert. Der CD-Standart schreibt vor, dass ein Laufwerk den Strahl noch korrekt fokussieren muss, selbst wenn die CD einen Höhenschlag von 1mm hat. Während des gesamten Abtastvorgangs muss der Laserstrahl exakt auf der Pit-Spur gehalten werden. Der Systemstandart schreibt eine Spurgenauigkeit von ± 0,1 µm vor, obwohl wegen der exzentrischen Anordnung des Pit-Pfades und Fertigungstoleranzen der CD die tatsächliche Spur von der idealen Spur um ca. 1 µm abweichen darf.
Die
Elektronik des Laufwerkes muss also ständig die Aufgaben bewältigen,
den Laser korrekt zu fokussieren, in auf der Spur zu halten und die Motordrehzahl
zu regulieren. Dazu wird in der Elektronik der reflektierte Laserstrahl
ausgewertet und damit die jeweils aktuelle Information zur Steuerung des Fokus
und der Spurregelung erzeugt. Die Daten zur Steuerung der Drehgeschwindigkeit
liefert der nachgeschaltete Decoder.
2.4 Drei- und Einstrahlprinzip
Es haben sich zwei Systeme zur Datenauslese durchgesetzt: das Einstrahlsystem sowie das Dreistahlprinzip.
Beim Dreistahlprinzip passiert der Laserstrahl zuerst ein Beugungsgitter, wo er in drei Strahlen aufgeteilt wird: in einem Hauptstrahl zum Auslesen der Daten und zwei Hilfsstrahlen für die Spurnachführung. Alle drei Strahlen werden von der Objektivlinse fokussiert. Die von der CD reflektierten Strahlen fallen dann auf einen Fotodetektor, der sich aus sechs lichtempfindlichen Sensoren zusammensetzt. Diese liefern Strom, sobald das reflektierte Licht darauf fällt. Der Fotodetektor ist so aufgebaut, dass die reflektierten Hilfsstrahlen auf die Detektoren E und F treffen, während der Hauptstrahl auf die Sensoren A bis D fällt. Aus diesem ergibt sich dann auch die digitale Information.
Gleichzeitig
dienen die Sensoren zur Steuerung des Fokus. Ist der Laserstrahl im Fokus,
so bildet der reflektierte Strahl einen Kreis, bei Abweichungen eine Ellipse.
Zur Spurführung dienen die beiden Hilfsstrahlen. Sie fallen immer neben
die Spur und fallen auf die Sensoren E und F. Diese liefern dann das Steuersignal
für die Spurführung.
Beim Einstahlprinzip trifft der Laserstrahl auf einen halbdurchlässigen Spiegel, wo er um 90° abgelenkt wird bevor er auf die Disc trifft. Der reflektierte Strahl wird von einem speziellen Prisma halbiert. Die beiden Teilstrahlen fallen auf vier lichtempfindliche Sensoren. Diese liefern dann ähnlich wie beim Dreistrahlprinzip die Informationen über Spurregelung, Fokussierung und die digitalen Daten.
Die
Spurregelung funktioniert beim Einstahlprinzip folgendermaßen: ist
der Strahl zu weit nach links abgewichen. werden die Sensoren D3 und D4 bestrahlt,
driftet der Strahl zu weit nach rechts ab, fällt das Licht auf die
Sensoren D1 und D2. Beim Einstrahlprinzip folgt der Strahl der Spur ihn
Schlangenlinien, so dass er nach kurzer Zeit automatisch die richtige Spur
findet.
3. Die Minidisc (MD)
3.1 Aufbau und Datenreduktionsverfahren
Die Minidisc hat einen Durchmesser von 6,4 cm und wird durch eine Kassette geschützt. Die Spielzeit beträgt 74 Minuten. Bei der MD unterscheidet man zwischen zwei Typen: der optischen "premastered" Disc, die bereits bespielt ist und der magneto-optischen "recordable" Disc, die für Eigenaufnahmen gedacht ist. Mit diesem Typ sollen bis zu einer Million Neubespielungen möglich sein. Beide Typen werden mit einem Lasersystem gelesen, im Fall der MO-Disc auch beschrieben.
Da sich weder die Pit-Größe geändert hat noch die Spurabstände kleiner geworden sind, aber die bespielbare Fläche bei gleicher Spielzeit wie bei der CD um das ca. 3,5-fache kleiner geworden ist, muss die Datenmenge verringert werden. Das verwendete Verfahren zur Datenreduktion nennt man ATRAC (Adaptive Transform Acoustic Coding). Es reduziert den Datenstrom einer vergleichbaren CD von 1,4 Mbit/s in einen ATRAC Datenstrom von 0,292 Mbit/s, also auf ein Fünftel des einfließenden Datenstroms.
3.2 Aufnahme und Wiedergabe bei der "recordable"
MD
Das
Verfahren zur Aufnahme und Wiedergabe bei der "recordable" MD unterscheidet
sich markant von dem der "premastered" MD. Bei der Aufnahme werden magnetische
Pits in einer Magnetschicht "eingefroren". Diese Schicht besteht aus einer
Mischung von Ferrit, Terbium und Kobalt. Dazu erhitzt der Laserstrahl bei
der Aufnahme die magneto-optische Schicht über ihren Curie-Punkt, sodass
das Medium paramagnetisch wird. Also magnetisiert der Magnetkopf nur diese
erwärmte "Insel", aber nicht die kalten Nachbarbereiche. Zum Auslesen
der Daten wird der Faraday-Effekt genutzt. Faraday hatte erkannt, dass sich
Laserlicht unter Einfluss eines Magnetfeldes in der Polarisationsebene dreht.
Dies wird dann vom Detektor registriert, und so werden die magnetischen
Pits erkannt. Beim Auslesen wird mit einer Laserleistung von 0,5 mW gearbeitet,
während beim Beschreiben zum Erreichen der nötigen Temperatur
von über 220° C eine Leistung von 2,5-5 mW nötig ist.
Quellen: